Stationen der Almenaer SPD-Geschichte

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGeschichtliches vor 1919
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGründung des Ortsvereins Almena 1919
Die Ortsgruppe 1919 bis 1933
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKommunalpolitik in Almena 1919 bis 1933
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSozialdemokratisches Vereinsleben in Almena
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterIn der NS-Zeit
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNeugründung des Ortsvereins 1945
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSozialdemokratische Politik in Almena nach 1945
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSchulkampf 1966/1967
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDer SPD-Ortsverein in der Gemeinde Extertal
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDer SPD-Ortsverein Almena heute

Die SPD-Ortsgruppe 1919-1933

Hervorragende Persönlichkeit war im gesamten Zeitraum der Tischlermeister Heinrich Wieneke. Er hatte 1890 die Hausstelle Nr.82 (jetzt Fütiger Str.35) begründet und neben seinem Beruf noch als Versicherungsagent und Fahrradhändler gearbeitet. Nach der erfolgreichen Kommunalwahl 1919 wurde er am 1.März mit 9 von 11 Stimmen zum Ortsvorsteher (=Bürgermeister) von Almena gewählt. Er hat dies Amt bis 1932 ununterbrochen ausgeübt.

Das Amt des Gemeindevorstehers verlangte außerordentliche Fähigkeiten, weil der Vorsteher in einer Person alle Bereiche der Verwaltung beherrschen musste, gab es in den kleinen Dörfern doch keine ausgebildeten Verwaltungskräfte.

Dieser Zustand blieb bis zur Gründung der Großgemeinde Extertal bestehen. Wie die erhaltenen Protokolle des Gemeindeausschusses zeigen, ist Wieneke mit den schwierigen Verwaltungsproblemen gut zurecht gekommen. Er genoss offensichtlich sogar das Vertrauen der Opposition, der "Bürgerlichen Liste", denn seine Wahl zum Vorsteher erfolgte stets auch mit deren Stimmen. 

Wer waren die Mitglieder der SPD-Ortsgruppe?

Wir besitzen leider keine Listen oder Dokumente mehr. 1933 ist alles die SPD betreffende Material vernichtet worden, um es nicht in die Hände der Nazis fallen zu lassen. So sind wir auf die Namen der zur Ortsgruppe gehörenden Gemeindeausschussmitglieder angewiesen, wenn wir uns ein Bild von der sozialen Situation der Almenaer Sozialdemokratie machen wollen. Es ist unwahrscheinlich, das über diesen Kreis hinaus eine nennenswerte Mitgliedschaft bestanden hat. Bis in die 1969-er Jahre hinein war die SPD-Fraktion des Gemeinderates praktisch mit dem Ortsverein identisch.

Das einzige Dokument, das zufällig erhalten geblieben ist, ist ein Schreiben vom 21.2.1924 an den Gemeindeausschuss:

"Antrag der Ortsgruppe der S.p.d. in Almena. Nach den Zeitungsberichten finden die Unterzeichneten Mitglieder sich veranlaßt an den Gemeinde-Ausschuß folgenden Antrag zu stellen, das der erste Beigeordnete ........... aus dem Gemeinde-Ausschuß unverzüglich ausgewiesen wird. Wir bitten dringend, das unsere Eingabe von sämtlichen Mitgliedern der Gemeindevertretung berücksichtigt wird, da wir vorliegenden Taten unter allen umständen nicht billigen können, und sich mit unserm Prinzip nicht vereinbart.

An den Gemeindevorsteher in Almena.

Wilh.Bierhenke Aug.Schröder Aug.Rinne.

W.Sandmann. A.Grote. Heinr.Wieneke.

Aug.Reineking"

(Rechtschreibung und Zeichensetzung aus dem Original übernommen.)

Ursache deses Schreibens war, das der Stellvertreter des Ortsvorstehers, ein prominentes SPD-Mitglied, unter Alkoholeonfluß sich zur schweren Mißhandlung eines Mitbürgers hatte hinreißen lassen. Die genauen Umstände dieses blutigen Vorfalls finden sich in unserer Ortskronik, aus der auch die hier beschriebene Geschichte des Dorfes Almena entnommen ist. Natürlich distanzierte sich die Ortsgruppe von ihrem gewalttätigen Mitglied, stand man doch in den Vorbereitungen zur Kommunalwahl. Das Schreiben gibt uns einen Anhaltspunkt, welche Personen damals der SPD angehörten, während im Protokollbuch der Gemeinde Almena selbst alle Angaben zur Parteizugehörigkeit der Mitglieder fehlen.

Bis auf 3 waren alle Kommunalpolitiker Hausbesitzer, 12 waren selbständige Kleinunternehmer (70,5%), nur 4 waren Ziegler, obwohl die überwiegende Mehrheit der Almenaer Erwerbstätigen Wanderziegler waren. Diese konnten sich aber nur schwer am politischen Leben beteiligen, weil sie den größten Teil des Jahres über abwesend waren. Die Führung der Almenaer SPD lag eindeutig bei den Handwersmeistern. Dies ist typisch für die damalige SPD. Obwohl offiziell Arbeiterpartei, hatten häufig Handwerker die führenden Positionen inne, so 1890 bis 1913 der Parteivorsitzende August Bebel, ein Drechslermeister und mittelständischer Unternehmer.

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