Stationen der Almenaer SPD-Geschichte

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGeschichtliches vor 1919
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterGründung des Ortsvereins Almena 1919
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDie Ortsgruppe 1919 bis 1933
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterKommunalpolitik in Almena 1919 bis 1933
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSozialdemokratisches Vereinsleben in Almena
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterIn der NS-Zeit
Neugründung des Ortsvereins 1945
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSozialdemokratische Politik in Almena nach 1945
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSchulkampf 1966/1967
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDer SPD-Ortsverein in der Gemeinde Extertal
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDer SPD-Ortsverein Almena heute

Die Neugründung des SPD-Ortsvereins

Am 4.April 1945 wurde unser Dorf von den Alliirten besetzt. Die Sieger übernahmen die gesamte politische Macht. Der Bürgermeister wurde sofort abgesetzt und sollte durch eine politisch unbelastete Persönlichkeit ersetzt werden. In Almena war das schon bald Heinrich Lesemann, ein Ziegelbrenner, der nun bis 1960 die Geschicke Almenas maßgeblich beeinflusste. Er führte bei den Kommunalwahlen am 15.September 1946 die SPD-Liste an. Bei allen Gemeinderatswahlen in Almena zwischen 1946 und 1964 konnte diese ihre führende Stellung wie vor 1932 behaupten, 1960 sogar die Zweidrittelmehrheit im Gemeindeparlament erringen. Als Opposition bestand bis 1969 die FDP-Liste, eine Nachfolgeorganisation der früheren "Bürgerlichen Liste".

Die politische Struktur unseres Dorfes blieb also von 1919 bis 1969, mit der Unterbrechung im Dritten Reich, völlig konstant. Dies steht im krassen Gegensatz zur Gesamtentwicklung in den Westzonen, die ja gekennzeichnet war durch den rasanten Aufstieg der CDU, die die Sozialdemokratie nach Gründung der Bundesrepublik 1949 bis 1966 auf die Oppositionsbänke verbannen konnte. Auch die CDU wollte ursprünglich eine sozial-fortschrittliche Partei auf Grundlage der christlichen Soziallehre sein. In ihrem "Ahlener Programm" von 1947 wurde das Versagen des Kapitalismus festgestellt. Die von Ludwig Erhard geprägte "Soziale Marktwirtschaft" wollte die Mängel der alten Ordnung durch soziale Absicherungen ausgleichen. Das sogenannte "Wirtschaftswunder" führte die neue Partei von einem Wahlsieg zum anderen.

Die SPD forderte weitergehende Mitbestimmungsrechte für die Arbeitnehmer und stärkere staatliche Eingriffe in die Wirtschaft  bis hin zur Gemeinwirtschaft, um die Konzentration von wirtschaftlicher und politischer Macht nicht wieder entstehen zu lassen. Dies ist angesichts des totalen Versagens der Marktmechanismen Ende der 20-er Jahre und den schrecklichen Folgen der Weltwirtschaftskrise nur zu verständlich. Die Menschen sollten nicht wieder hilfloses Treibgut undurchschaubarer ökonomischer Prozesse werden. Die neue, sozial gebändigte Form der Marktwirtschaft überzeugte dann aber auch die SPD davon, dass ihre Ziele am besten im Rahmen der neuen Ordnung zu verwirklichen seien (Godesberger Programm 1959). Beide großen Parteien glaubten, das eine zunehmend humane Gesellschaft bei stetigem wirtschaftlichen Wachstum ohne soziales Elend zum ersten Mal in der Geschichte möglich sei.

In unserem Dorf hat die CDU bis 1969 bei keiner Kommunalwahl kandidiert. Ihren eigentlichen Rückhalt hatte sie ursprünglich in überwiegend katholischen Gegenden. Es gelang ihr erst in den 60-er Jahren, organisatorisch flächendeckend in den evangelischen Bereich einzudringen, in dem sich die SPD zu einer nicht mehr nur auf die Arbeiterinteressen beschränkenden, für alle sozialen Schichten offenen Volkspartei entwickelt hatte. In Almena war das Misstrauen gegen alles "Katholische" noch lange nach dem Krieg sehr ausgeprägt. Dies war die Hautursache für das Fehlen der CDU in unserem Dorf.

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